
Yoriko Seto – Nach und nach
Ausstellung in der Bremischen Landesvertretung in Berlin
Die in Japan geborene und in Bremen beheimatete Künstlerin Yoriko Seto (*1975) bringt mit Kohle, Tinte, Pastell und Bleistift die allzu flüchtigen Erinnerungen an Erlebtes auf Papier. Dabei sind es vor allem die Dinge des täglichen Lebens, die sie in ihren Bann ziehen und die von ihr festgehalten werden.
Allerdings geht es ihr nicht darum, konkrete Situationen nachvollziehbar, sprich realistisch darzustellen. Vielmehr strebt sie danach, zeichnerisch Empfindungen auszudrücken, die mit ihren Erinnerungen verknüpft sind. Folglich ist ihre Vorgehensweise auf dem Papier eher intuitiv als streng geplant, wenn sie mit dem Bleistift zunächst die Linien vorsichtig ertastet, um anschließend die Flächen auszuarbeiten. So entstehen zarte, transparente Formen, die in einem unbestimmten Raum zu schweben scheinen und die mit kleinen Gegenständen und Figuren zeichnerisch angereichert werden. Werkreihen wie Immer gelacht, Ich habe jeden Abend Radio gehört oder Ich habe mich erinnert, aber gleichzeitig vergessen erzählen vom Alltag der Künstlerin in Bremen, greifen Episoden ihrer Kindheit und Jugend in Japan auf oder widmen sich sowohl lebenden als auch verstorbenen Familienmitgliedern.
In ihren neuesten Arbeiten Da lässt sich nichts machen setzt sich Seto mit der traditionellen japanischen Methode des Gemüseeinlegens namens Nukazuke. Dieses überlieferte Verfahren beruht darauf, Gemüse in Reiskleie zu fermentieren. Inspiriert von diesem Gärungsprozess begann die Künstlerin, mit Tinte und Kohle die daran beteiligten Milchsäurebakterien in starker Vergrößerung zu zeichnen. Auf dem Kimono-Stoff, der hier statt klassischem Papier als Zeichengrund dient, wirken sie wie auf eine Kette aufgezogene Schmucksteine. In dem unsichtbaren Wirken der Bakterien, das dem menschlichen Auge gewöhnlich verborgen bleibt, erkennt sie eine Parallele zu den Tätigkeiten, die auch in unserer Gesellschaft meist im Verborgenen verrichtet werden, jedoch zentral für das Funktionieren unseres Zusammenlebens sind - wie etwa die oft unbeachtete Hausarbeit. Diese Beobachtungen verknüpft die Künstlerin in diesen Arbeiten mit persönlichen Erinnerungen an ihre Mutter und deren Wirken als Hausfrau.
Besonders aufmerksam sollte man die feinen Radierungen in Unaufhörlich ist der Wandel des Wassers, wo der Strom ruhig dahingleitet betrachten. Im lockeren, skizzenhaften Stil hält die Künstlerin verschiedene Etappen einer Reise entlang der Weser fest, die sie von Blexen bis nach Hameln führt. Natürlich macht sie auch in Bremen Station: Von der Neustadtseite aus porträtiert sie das Weserstadion, das als ein Wahrzeichen der Stadt auf der gegenüberliegenden Flussseite thront.
Durch ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Alltäglichen eröffnet Yoriko Seto immer wieder neue thematische Perspektiven. Sie reflektiert über ihr Aufwachsen in Japan und ihr Leben in Deutschland, über Familie, Leben und Vergänglichkeit. Zahlreiche biografische Querverweise tauchen auf, die wir enträtseln können, aber nicht zwingend müssen. Vielmehr werden wir als Betrachter eingeladen, in die zeichnerischen Kreationen einzutauchen und unsere eigenen Assoziationen mit dem Gesehen freizusetzen.
Simone Ewald
Werkangabe

Auch wenn alle anderen sich ausruhen.
2026
Pastell, Kohle, Ölpastel, Gesso auf Leinwand
50 x 150 cm (50 x 75 cm x 2)

Da lässt sich nichts machen. 01
2026
Tinte, Kohle, Kimono-Stoff auf Papier
30 x 40 cm

Da lässt sich nichts machen. 02
2026
Tinte, Kohle, Kimono-Stoff auf Papier
30 x 40 cm

Da lässt sich nichts machen. 02
2026
Tinte, Kohle, Kimono-Stoff auf Papier
30 x 40 cm

Jeden Tag anders.
2026
Kohle auf Leinwand
60 x 150 cm (60 x 50 cm x3)

Ich habe jeden Abend Radio gehört. 01
2026
Kohle auf Papier
28.5 x 20 cm

Ich habe jeden Abend Radio gehört. 02
2026
Kohle auf Papier
28.5 x 20 cm

Ich habe jeden Abend Radio gehört. 03
2026
Kohle auf Papier
28.5 x 20 cm

Ich habe jeden Abend Radio gehört. 05
2026
Kohle auf Papier
28.5 x 20 cm

Stroll
2025
Bleistift, Aquarellbleistift, Meerwasser und Kohle auf Papier
29,7 x 21 cm

Efeutute 02
2025
Kohle, Stift und Tusche auf Papier
14,8 x 21 cm

immer gelacht 01
2025
Tinte und Kohle auf Papier
21 x 14,8 cm

immer gelacht 02
2025
Tinte und Kohle auf Papier
21 x 14,8 cm

immer gelacht 03
2025
Tinte und Kohle auf Papier
21 x 14,8 cm

Ich habe mich erinnert, aber gleichzeitig vergessen 02
2023
Bleistift und Kohle auf Papier
65 x 50 cm

Ich habe mich erinnert, aber gleichzeitig vergessen 07
2023
Bleistift und Kohle auf Papier
65 x 50 cm

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Bremen 01
2022
Radierung (3/20)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Hameln
2022
Radierung (1/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Nienburg (Weser)
2022
Radierung (1/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Blexen
2023
Radierung (1/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Minden
2023
Radierung (1/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Bremerhaven
2022
Radierung (1/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Bremen 02
2023
Radierung (1/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Bremen 03
2023
Radierung (3/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly– Dreye
2026
Radierung (1/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Sandstedt
2026
Radierung (1/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)
Yoriko Seto – Nach und nach
Ausstellung in der Bremischen Landesvertretung in Berlin
Die in Japan geborene und in Bremen beheimatete Künstlerin Yoriko Seto (*1975) bringt mit Kohle, Tinte, Pastell und Bleistift die allzu flüchtigen Erinnerungen an Erlebtes auf Papier. Dabei sind es vor allem die Dinge des täglichen Lebens, die sie in ihren Bann ziehen und die von ihr festgehalten werden.
Allerdings geht es ihr nicht darum, konkrete Situationen nachvollziehbar, sprich realistisch darzustellen. Vielmehr strebt sie danach, zeichnerisch Empfindungen auszudrücken, die mit ihren Erinnerungen verknüpft sind. Folglich ist ihre Vorgehensweise auf dem Papier eher intuitiv als streng geplant, wenn sie mit dem Bleistift zunächst die Linien vorsichtig ertastet, um anschließend die Flächen auszuarbeiten. So entstehen zarte, transparente Formen, die in einem unbestimmten Raum zu schweben scheinen und die mit kleinen Gegenständen und Figuren zeichnerisch angereichert werden. Werkreihen wie Immer gelacht, Ich habe jeden Abend Radio gehört oder Ich habe mich erinnert, aber gleichzeitig vergessen erzählen vom Alltag der Künstlerin in Bremen, greifen Episoden ihrer Kindheit und Jugend in Japan auf oder widmen sich sowohl lebenden als auch verstorbenen Familienmitgliedern.
In ihren neuesten Arbeiten Da lässt sich nichts machen setzt sich Seto mit der traditionellen japanischen Methode des Gemüseeinlegens namens Nukazuke. Dieses überlieferte Verfahren beruht darauf, Gemüse in Reiskleie zu fermentieren. Inspiriert von diesem Gärungsprozess begann die Künstlerin, mit Tinte und Kohle die daran beteiligten Milchsäurebakterien in starker Vergrößerung zu zeichnen. Auf dem Kimono-Stoff, der hier statt klassischem Papier als Zeichengrund dient, wirken sie wie auf eine Kette aufgezogene Schmucksteine. In dem unsichtbaren Wirken der Bakterien, das dem menschlichen Auge gewöhnlich verborgen bleibt, erkennt sie eine Parallele zu den Tätigkeiten, die auch in unserer Gesellschaft meist im Verborgenen verrichtet werden, jedoch zentral für das Funktionieren unseres Zusammenlebens sind - wie etwa die oft unbeachtete Hausarbeit. Diese Beobachtungen verknüpft die Künstlerin in diesen Arbeiten mit persönlichen Erinnerungen an ihre Mutter und deren Wirken als Hausfrau.
Besonders aufmerksam sollte man die feinen Radierungen in Unaufhörlich ist der Wandel des Wassers, wo der Strom ruhig dahingleitet betrachten. Im lockeren, skizzenhaften Stil hält die Künstlerin verschiedene Etappen einer Reise entlang der Weser fest, die sie von Blexen bis nach Hameln führt. Natürlich macht sie auch in Bremen Station: Von der Neustadtseite aus porträtiert sie das Weserstadion, das als ein Wahrzeichen der Stadt auf der gegenüberliegenden Flussseite thront.
Durch ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Alltäglichen eröffnet Yoriko Seto immer wieder neue thematische Perspektiven. Sie reflektiert über ihr Aufwachsen in Japan und ihr Leben in Deutschland, über Familie, Leben und Vergänglichkeit. Zahlreiche biografische Querverweise tauchen auf, die wir enträtseln können, aber nicht zwingend müssen. Vielmehr werden wir als Betrachter eingeladen, in die zeichnerischen Kreationen einzutauchen und unsere eigenen Assoziationen mit dem Gesehen freizusetzen.
Simone Ewald
Werkangabe

Auch wenn alle anderen sich ausruhen.
2026
Pastell, Kohle, Ölpastel, Gesso auf Leinwand
50 x 150 cm (50 x 75 cm x 2)

Da lässt sich nichts machen. 01
2026
Tinte, Kohle, Kimono-Stoff auf Papier
30 x 40 cm

Da lässt sich nichts machen. 02
2026
Tinte, Kohle, Kimono-Stoff auf Papier
30 x 40 cm

Da lässt sich nichts machen. 02
2026
Tinte, Kohle, Kimono-Stoff auf Papier
30 x 40 cm

Jeden Tag anders.
2026
Kohle auf Leinwand
60 x 150 cm (60 x 50 cm x3)

Ich habe jeden Abend Radio gehört. 01
2026
Kohle auf Papier
28.5 x 20 cm

Ich habe jeden Abend Radio gehört. 02
2026
Kohle auf Papier
28.5 x 20 cm

Ich habe jeden Abend Radio gehört. 03
2026
Kohle auf Papier
28.5 x 20 cm

Ich habe jeden Abend Radio gehört. 05
2026
Kohle auf Papier
28.5 x 20 cm

Stroll
2025
Bleistift, Aquarellbleistift, Meerwasser und Kohle auf Papier
29,7 x 21 cm

Efeutute 02
2025
Kohle, Stift und Tusche auf Papier
14,8 x 21 cm

immer gelacht 01
2025
Tinte und Kohle auf Papier
21 x 14,8 cm

immer gelacht 02
2025
Tinte und Kohle auf Papier
21 x 14,8 cm

immer gelacht 03
2025
Tinte und Kohle auf Papier
21 x 14,8 cm

Ich habe mich erinnert, aber gleichzeitig vergessen 02
2023
Bleistift und Kohle auf Papier
65 x 50 cm

Ich habe mich erinnert, aber gleichzeitig vergessen 07
2023
Bleistift und Kohle auf Papier
65 x 50 cm

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Bremen 01
2022
Radierung (3/20)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Hameln
2022
Radierung (1/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Nienburg (Weser)
2022
Radierung (1/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Blexen
2023
Radierung (1/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Minden
2023
Radierung (1/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Bremerhaven
2022
Radierung (1/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Bremen 02
2023
Radierung (1/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Bremen 03
2023
Radierung (3/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly– Dreye
2026
Radierung (1/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)

Incessant is the change of water where the stream glides on calmly – Sandstedt
2026
Radierung (1/10)
5.3 x 3.2 cm (20-21 x 15 cm)